5. ERDINGER Alkoholfrei Atlantik Cup 2017

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Und die Letzten werden die Ersten sein

Als Geschichte wird ein Cricketspiel oft am besten rückwärts erzählt. Es ist ein rhythmischer Sport, mit Pausen, Unterbrechungen, Momenten der Aufregung, Blitzen von Brillanz und Änderungen der Richtung. Über mehrere Tage gespielt kann in einem Cricketspiel viel passieren, aber die letzten Augenblicke bleiben in Erinnerung, was die Schilderung des Spiels zu einer Rekonstruktionsarbeit macht, vom Ende zum Anfang. So liegt der Fall beim 5. ERDINGER Alkoholfrei Atlantik Cup, der am 2-3 September 2017 auf Helgoland ausgetragen wurde, in strahlendem Sonnenschein und unter einem so blauen Himmel, daß er für eine Spiegelung der ruhigen Nordsee gehalten werden konnte.

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Zwei Tage überwiegend im Rückstand, gelang es einer tapferen Heligoland Pilgrims Formation, das Feld erhobenen Hauptes zu verlassen, nachdem sie einer Niederlage gegen starke (wenn auch unterbesetzte) THCC Voyagers entkommen waren. Das Spiel endete damit, daß die stoischen Pilgrims Batsmen Nabeel (Pilgrim des Spiels) und Steve Voyagers‘ Kapitän Su mit vier Slips und zwei Gullies gegenüberstanden. Aber die Batsmen waren standhaft bis zu Ende und errangen den Pilgrims ein ehrenvolles Unentschieden, das erste solche Ergebnis auf der Insel.

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Für jemanden, der mit candy-crush-blinkenden-Bails-fröhlichem-hau-drauf T20 Cricket aufgewachsen ist, mag ein Unentschieden wie das langweiligste Ergebnis erscheinen. Aber das zeigt nur einen Mangel an Wertschätzung für die wunderbaren Nuancen von Cricket. Ein Unentschieden, wie in Law 16 festgelegt als Spiel ohne Sieg oder Gleichstand, kann manchmal ein sehr interessantes Ergebnis sein. Abhängig davon, wie es erreicht wird, kann ein Unentschieden beschreiben werden als hart erkämpft, unvergeßlich, unwahrscheinlich, enttäuschend oder beeindruckend. Man frage irgendeinen Test-Cricket Fan nach Unentschieden und er wird einem gerne eine Geschichte erzählen von mauernden Batsmen, die stundenlang furchterregende Angriffe abwehren, oder sogar tagelang, um sich ein (ergänze passendes Adjektiv) Unentschieden zu verdienen.

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Für die Pilgrims, die sich durch Cricket-Spielen im wahren Geist des Sports hervortun, ist das beste Adjektiv ehrenvoll. Dieses Unentschieden fühlte sich an wie ein echter Erfolg. Mit einem unwahrscheinlichen Ziel von 269 zum Sieg und knapp zwei Stunden zu spielen nahmen die Eröffnungsspieler der Pilgrims, Laurence und Tom, es mit dem furchterregenden Angriff der Voyagers auf, der vielleicht drei der besten Bowler einschloß, die je im norddeutschen Cricket gesehen wurden. Su kam mit großen Schritten und langem Anlauf und ließ Laurence fangen; Bipin (Voyager des Spiels) drehte einen Ball herein, um Tom zu bowlen; und Satya, der den Ball in beide Richtungen drehte, brachten einen sehr flach herein, um einen unglücklichen Mark zu bowlen. Cam hing ein Weilchen herum, um 30 Runs zu machen, wurde aber nach einem Ball von Bai sehr gut von Wicket-Keeper Chandan gefangen, und es blieb Nabeel (58*) und Steve (10*) überlassen, hektische 45 Minuten für die Pilgrims durchzuhalten, um ein Unentschieden zu verdienen.

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Früher am Tag hatten Bipin (79*) und Chandan (62*) geholfen, die 86 Runs Vorsprung der Voyagers vom Vortag auszubauen, wobei nur Steve (4-66) irgendwelchen Widerstand mit dem Ball leistete. Eines seiner Wickets fiel durch einen einhändigen Fang von Nabiel, der sich auf Extra-Cover streckte. Steves “Michelle” wäre komplett gewesen, hätten ein paar andere Bälle gehalten werden können. Doch es stellte sich heraus, daß die Voyagers vielleicht ein paar Runs zu viel geplündert und sich selbst zu wenig Zeit gelassen hatten, um ein standhaftes Pilgrims-Team auszubowlen, das mit 125/4 nach 28 Overs endete.

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Am Sonntag begann das Spiel mit neugierigen Zuschauern oben auf dem Kliff und einer Handvoll Vogelbeobachter, die auf dem Hügel beim Strand saßen. Laurence bemerkte, bei nur einer einzigen Möwe: „Es scheinen heute nicht viele ‚birds‘ draußen zu sein“. Worauf Cam antwortet: „Nein, aber wir werden wohl einige ‚Enten‘ sehen“. Das mag unglückliche Vorsehung für Tom und Laurence gewesen sein, obwohl sie das richtige taten, indem sie Runs für die Verteidigung opferten, um den Pilgrims durch die schwierigen frühen Overs des letzten Innings zu helfen.

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Das Spiel am Sonnabend soll auf keinen Fall als bloßes Vorspiel zum Drama am Sonntag betrachtet werden. Aufs Feld geschickt um zu schlagen, trugen die Voyagers, angeblich ein Team voller Bowler, 310/9 in 40 Overs zusammen, mit Bipin (77*) und der Katze mit neun Leben, Chandan (50), wieder vorne bei den Runs. Der Punktestand hätte noch viel höher sein können, wenn nicht verschiedentlich hervorragende Fußarbeit im Feld Singles davon abgehalten hätte, Baoundaries zu werden, und hierzu trugen alle Pilgrims bei. Novize Chrischi zeige viel Verheißung für die Voyagers; er schwang den Schläger zum allerersten Mal und machte 17 Runs – mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Nabeel (3-36) und Tom (2-33, einschließlich einem wunderschönen ‘caught-and-bowled’) waren die besten Bowler der Pilgrims. Moritz und Laurence schalteten sich auch ein und nahmen wichtige Wickets.

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Als höchster je auf Helgoland erzielter Punktestand erschienen 310 eine gewaltige Aufgabe und die Eröffnungsspieler der Pilgrims gingen langsam auf den Platz. In früheren Spielen hatten Moritz und Cam eine merkwürdige Partnerschaft geschmiedet. Beide fast zwei Meter groß und mit einem kombinierten Alter von über neunzig hatten sie in den letzten beiden Spielen jeweils eine Fünfzig vorgelegt. Aber heute sollte es nicht sein, da Cam von einem Reflexvisier-Spezialball von Bipin gebowlt wurde. Mark erlitt dasselbe Schicksal. Laurence schloß sich Moritz an und das Paar wehrte sich gegen den Angriff der Voyagers mit 26 Runs, die dann von Moritz‘ und Daniels bedeutender Partnerschaft von 62 gefolgt wurden, was die Pilgrims auf beachtliche 105/3 brachte, bevor Daniel (27) von Bipin auf Satyas Bowling gefangen wurde. Der Präsident der Pilgrims hatte inzwischen ausgezeichnet gebattet um 40 zu erreichen, indem er den Ball in alle Winkel des rechteckigen Felds schlug, aber er wurde von Steve stranden gelassen und war unglücklich ‚run out‘. Steve sollte es wiedergutmachen, er erreichte 50* und half den Pilgrims mit seinen Partnern Nabeel (24) und Murali (21*) auf 224/8 nach 40 Overs zu enden. Bipin (3-43) und Satya (2-27) waren die besten Bowler der Voyagers.

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Nach diesem langen Tag in der Sonne zogen sich die Spieler für das traditionelle Grillen am Sonnabend abend in die Jugendherberge zurück, wo es interessanter war, ERDINGER Bier zu trinken als Strategien für das Spiel am Sonntag zu besprechen. Andere Höhepunkte des Wochenendes waren ein gemeinsamer Spaziergang beider Mannschaften über die Insel, um Modell für Photos vor der Langen Anna zu stehen, eine improvisierte Trainingseinheit am Freitag abend und ein Besuch beim Ort des Nachtlebens der Insel.

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Dieses angenehme Wochenende wäre nicht möglich gewesen ohne den organisatorischen Einsatz von Moritz, der auch dafür sorgte, daß es Kuchen in der Spielpause am Sonnabend gab und Fischbrötchen zum Mittagessen am Sonntag. Dank geht an Moritz und auch an alle, die gespielt, geschiedsrichtert, aufgeschrieben, zugeschaut und Photos gemacht haben. Das Unentschieden heißt, daß jeder die Insel als (eine Art von) Sieger verließ.

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Heligoland Pilgrims: Moritz (cpt.), Cam, Danieln (wk1), Laurence, Mark R., Murali (wk2), Nabeel, Steve, Thomas
THCC Voyagers: Surya (cpt., wk1), Bai, Bipin, Bosko, Chandan (wk2), Chrischi, Jasveer, Satya
Men of the Match: Bipin und Nabeel
Unterstützung: Captain, Monika, Leopold
Bericht: Royce Leville (Übersetzung Max Minor), Photographie: Kerstin Saure


And the last shall be first

As a narrative, a cricket match is often best told backwards. It is a rhythmic sport, with lulls, pauses, moments of excitement, flashes of brilliance and swings of momentum. Played over several days, a lot can happen in a cricket match, but the final moments stay in the memory, which makes describing a match a work of reconstruction, from the end to the beginning. Such is the case with the 5th ERDINGER Alkoholfrei Atlantik Cup, played on Heligoland on 2-3 September, 2017, in glorious sunshine and under skies so blue they could be mistaken as the reflection of the calm North Sea.

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Behind for much of the two days, a valiant Heligoland Pilgrims outfit managed to walk off with their heads held high after avoiding defeat against a strong (if undermanned) THCC Voyagers. The match ended with stoic Pilgrims batsmen Nabeel (Pilgrim-of-the match) and Steve facing Voyagers captain Su with four slips and two gullies. But the batsmen were defiant to the end, earning the Pilgrims an honourable draw, the first such result on the island.

Pic2For those reared on the candy-crush-flashing-bails-hit-and-giggle T20 form of cricket, a draw may seem like the dullest of endings. But that just shows a lack of appreciation for the wonderful nuances of cricket. A draw, as defined in Law 16 as being a match without a win or a tie, can sometimes be a very interesting result. Depending on the way it’s achieved, a draw can be described as hard-fought, memorable, unlikely, disappointing or impressive. Ask any test cricket fan about draws and they’ll gladly tell you a tale of stonewalling batsmen surrounded by fielders seeing off fearsome attacks for hours, or even days, to earn a (insert appropriate adjective) draw.

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For the Pilgrims, who excel at playing cricket in the true spirit of the game, the best adjective is honourable. This draw also felt like a substantial achievement. Set an improbable 269 to win with barely two hours to play, Pilgrims openers Laurence and Tom took on the Voyagers attack, which included perhaps three of the best bowlers ever seen in north German cricket. Su was striding in from a long run and had Laurence out caught; Bipin (Voyager-of-the-match) swung one in to bowl Tom; and Satya, swinging the ball both ways, got one to keep very low to bowl an unlucky Mark. Cam hung around for a while to make 30, but was well caught by wicket-keeper Chandan off Bai’s bowling, and it was left to Nabeel (58*) and Steve (10*) to see the Pilgrims through a nervous 45 minutes to earn a draw.

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Earlier in the day, Bipin (79*) and Chandan (62*) had helped build on the Voyagers’ overnight lead of 86 runs, with only Steve (4-66) offering any resistance with the ball. One of his wickets included a fine one-handed catch from a lunging Nabeel at extra-cover. Steve’s “Michelle” would have been complete had a couple of other catches stuck.
But it turned out the Voyagers had perhaps plundered a few runs too many, and hadn’t left themselves enough time to bowl out a defiant Pilgrims team that finished on 125/4 off 28 overs.

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Sunday’s play began with curious onlookers on the cliff above and a handful of birdwatchers perched on the hill near the beach. Laurence observed that, with a seagull tally of one, “There don’t seem to be many birds out today.” To which Cam replied, “No, but we may see some ducks.” And these ended up as fortuitous words for Tom and Laurence, though they did the right thing in sacrificing runs for defence to help the Pilgrims through the testing early overs of the final innings.

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Saturday’s play shall in no way be considered a mere preamble to the drama of Sunday. Sent in to bat, the Voyagers, supposedly a team full of bowlers, amassed 310/9 off 40 overs, with Bipin (77*) and the cat-with-nine-lives Chandan (50) again amongst the runs. The total could have been much higher had it not been for some excellent footwork fielding to prevent singles from becoming boundaries, and here all the Pilgrims contributed. First-gamer Chrischi showed lots of promise for the Voyagers, swinging the bat for the very first time to make 17 runs, and playing with a big grin on his face. Nabeel (3-36) and Tom (2-33, including a wonderful caught-and-bowled) were the best of the Pilgrims’ bowlers. Moritz and Laurence also chimed in to take important wickets.

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As the highest cricket score ever posted on Heligoland, 310 seemed like a daunting task, and the Pilgrims openers went slowly to the crease. In previous matches, Moritz and Cam had forged an unlikely partnership. With both pushing two metres tall and a combined age in the nervous nineties, they’d managed to put on fifty in the last two matches. But today it wasn’t to be, as Cam was bowled by a red-dot-special from Bipin. Mark befell the same fate. Laurence joined Moritz and the pair defied the Voyagers attack to put on 26, which was then followed by Moritz and Daniel’s important partnership of 62, which took the Pilgrims to a respectable 105/3 before Daniel (27) was caught by Bipin off Satya’s bowling. The Pilgrims’ president, meanwhile, had batted superbly to reach 40, hitting the ball to all corners of the rectangular field, but was left stranded by Steve and was unfortunately run-out. Steve would make amends, reaching 50* and partnering with Nabeel (24) and Murali (21*) to help the Pilgrims finish 224/8 off 40 overs. Bipin (3-43) and Satya (2-27) were the pick of the Voyagers’ bowlers.

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After this long day in the sun, the players retired to the hostel for the traditional Saturday evening barbecue, where it was more interesting to drink ERDINGER beer than discuss strategies for Sunday’s play. Other highlights of the weekend included both teams walking around the island together, posing for photos in front of Lange Anna, an impromptu joint training session on Friday evening, and a visit to the island’s one nightlife spot.

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This enjoyable weekend would not have been possible without the organisational efforts of Moritz, who also ensured there was cake for the innings break on Saturday and fish rolls for lunch on Sunday. Thanks go to Moritz, and also to everyone who played, umpired, scored, watched and took photographs. The drawn result means everyone left the island a (sort of) winner.

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Heligoland Pilgrims: Moritz (cpt.), Cam, Daniel (wk1), Laurence, Mark R., Murali (wk2), Nabeel, Steve, Thomas

THCC Voyagers: Surya (cpt., wk1), Bai, Bipin, Bosko, Chandan (wk2), Chrischi, Jasveer, Satya

Men of the Match: Bipin and Nabeel

Support: Captain, Monika, Leopold

Report: Royce Leville, Photography: Kerstin Saure